
Im
Tagesspiegel spricht Heinz Bude über sein neues Buch "Die Ausgeschlossenen".
Der Traum von einer sich immer mehr erweiternden Mitte, die Menschen integriere, sei ausgeträumt. Ganz zentral im Interview und hoch interessant sind diese Sätze Budes:
"Ich finde es nicht problematisch, dass es Arme und Reiche in unserer Gesellschaft gibt. Auch nicht, dass die Reichen immer reicher und die Armen dementsprechend ärmer werden. Das ist zwar ärgerlich. Aber das Problem ist nicht der Abstand zwischen den Einkommen, sondern der Unterschied der Lebensweisen, der die einen zu den Abgehängten macht und die anderen zu den Saturierten".Bude teilt nicht den neoliberalen Standpunkt, dass manche den Anschlusszug verpasst und damit Pech gehabt hätten. "Es kommt auf jeden Einzelnen an", so Bude, und man müsse sich über die Integration mehr Gedanken machen und die Gerechtigkeitsthematik nicht nur als Neiddiskussion behandeln. Es würde nicht alles besser im Sinne von integrierter, wenn sich die Gehälter annäherten.
Der letzte Satz im Interview macht im Lichte des Winnenden-Amoklaufs sehr nachdenklich:
"Eine der wirklichen Gefahren für eine Gesellschaft taucht auf, wenn immer mehr Leute das Gefühl haben: Von meiner Lebenswirklichkeit weiß niemand was und will auch niemand was wissen. "
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